Navigation

Aktion zur Menschenwürde

Stellungnahme des Gemeindrates Ennigerloh

Die Gemeinde St. Jakobus Ennigerloh nimmt den 70. Geburtstag des Grundgesetzes zum Anlass, mit einem 18 Quadratmeter großen Banner ein deutliches Zeichen zu setzen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ kann man seit letztem Wochenende in großen Buchstaben am Turm der St.-Jakobus-Kirche lesen. Der Gemeinderat hatte schon länger überlegt, mit welcher Aktion die Gemeinde Position gegen Ausgrenzung und Benachteiligung, Hetze und Gewalt in der Gesellschaft beziehen könne. Schließlich entschied man sich angesichts des Geburtstags des Grundgesetzes für dessen ersten Satz.

Die christliche Vorstellung vom Menschen als Ebenbild Gottes und der damit verbundenen Würde eines jeden einzelnen Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung oder sexueller Identität werde darin deutlich, so die Verantwortlichen der Gemeinde St. Jakobus. Diese Würde werde gerade von populistischen Parteien aber auch im Alltag der Menschen immer häufiger nur auf bestimmte Gruppen beschränkt oder in Diskussionen und Sozialen Medien völlig missachtet. Das Eintreten für die Würde eines jeden Menschen sei eben nicht nur dem Gebot der christlichen Nächstenliebe geschuldet, sondern durch das Grundgesetz auch Maßstab allen staatlichen Handelns.

Die Vertreter des Gemeinderates betonten jedoch, dass die Mahnung vom Kirchturm auch auf die eigene Kirche gerichtet sei. Da Gott laut biblischer Schöpfungsgeschichte den Menschen als sein Abbild als Mann und als Frau geschaffen habe, sei die Anerkennung der Würde der Frauen durch den generellen Ausschluss von den Weiheämtern in der katholischen Kirche bis heute nicht vollständig verwirklicht. Auch für die Würde der Opfer sexualisierter Gewalt innerhalb der katholischen Kirche solle mit Artikel 1 des Grundgesetzes Flagge gezeigt werden.