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Renovierung der Ladegastorgel

Disposition

I. Hauptwerk (C - f''') II. Schwellwerk (C - f''') Pedal (C - d')
Bordun 16' (ab G)
Principal 8'
Gambe 8'
Rohrflöte 8'
Principal 4'
Flauto minor 4'
Quinte 2 2/3'
Oktave 2'
Mixtur 3fach
Flauto major 8'
Flöte 8'
Viola d’amour 8'
Principal 4'
Salicional 4'
Violon 16'
Subbaß 16'
Cello 8'
Baßflöte 8'
Octavbaß 4'

Zeitungsbericht von der Orgelweihe ("Die Glocke" - 26. Mai 2014 - clu)

Die Orgelweihe war am Samstag, den 24. Mai um 18:00 Uhr in der Vorabendmesse mit dem Diözesanmusikreferenten und Orgelsachverständigen Ulrich Grimpe!

Weitere musikalische Mitwirkende:

  • Kirchenchor "St. Jakobus" Ennigerloh
  • Schola Ennigerloh
  • Leitung: Andreas Unger

Nach dem Gottesdienst gab es einen Empfang mit Imbiss und Umtrunk vor dem Jakobushaus! 

Zeitungsbericht („Stadtanzeiger Ahlen“ – Sonntag, 6. April 2014 – amw)
Noch muss in der Kirche mucksmäuschenstill sein

Der klingende Lobpreis Gottes muss noch ein bisschen warten. Denn zur Zeit muss es in der Jakobuskirche mucksmäuschenstill sein. Orgelbauer sind noch in der kommenden Woche am Werk, um der restaurierten Ladegast-Orgel Töne beizubringen, und zwar harmonische.

985 gereinigte, aufgearbeitete Pfeifen werden derzeit intoniert. Und dazu brauchen Jan Werner und Christoph Herz von der Firma Hermann Eule Orgelbau aus Bautzen (gegründet 1872) absolute Ruhe. Pausen machen sie während der Beerdigungen und Gottesdienste. Ihre Arbeitszeit zieht sich oft in den Abend hinein. Damit sie nicht gestört werden, ist die Jakobuskirche derzeit für Besucher, die sie besichtigen, eine Kerze anzünden oder zu einem Gebet verweilen wollen geschlossen. Nach Ostern läuft der Betrieb wieder normal.

Bis dahin haben die Orgelbauer ein Mammutwerk vollbracht. Wie ein Puzzlespiel musste die zerlegte, überarbeitete Orgel wieder zusammengesetzt werden. Nachdem nun alles wieder an Ort und Stelle ist, heißt es, die 985 Pfeifen aufeinander abzustimmen, so dass sich jede einzelne optimal in den Gesamtklang der Orgel einfügt. Während Christoph Herz am Spieltisch steht, sitzt Jan Werner mit einem Stimmgerät mitten in der fast 140 Jahre alten Orgel. Sicherlich einer der ungewöhnlichsten Arbeitsplätze, die es gibt.

Öffentlich ertönen wird die Ladegast-Orgel erstmals wieder zum Gloria in der Osternacht am Samstag, 19. April, beim Gottesdienst ab 21 Uhr. Und dann dürfen sich die Kirchenbesucher nicht nur vom Klang angenehm überraschen lasen, sondern auch vom Äußeren. Denn die Restauratorin Marita Schlüter hat der Königin de Instrumente ihre ursprüngliche Farbe wiedergegeben, die sie auch bei ihrer Einweihung 1878 in Neuengeseke hatte. Die Ennigerloher kennen die Orgel, die vor 37 Jahren in ihre Kirche eingezogen und gestrichen worden ist, nur graublau. Die Originalfarben spielen nun mit der ebenfalls renovierten Jakobuskirche perfekt zusammen. Bis Ostern soll auch ein Großteil der Skulpturen aus Schlüters Werkstatt in die Kirche zurückkehren. Wenn nun auch noch die Bilder restauriert werden könnten, wäre der Innenraum komplett runderneuert, doch dafür fehlen noch Spenden. Wer etwas beitragen will, meldet sich bei der Gemeinde, die auch Spendenquittungen ausstellt.

Und dann warten schon die nächsten Aufgaben im Außenbereich: Das Mauerwerk des Gotteshauses und die holprigen Wege. Kirchen – eine ewige Baustelle.

Hintergrund

Friedrich Ladegast (1818 – 1905) aus Sachsen, bedeutender deutscher Orgelbauer, hat die Orgel, die heute in der katholischen Jakobuskirche in Ennigerloh steht, erbaut. Den Auftrag dazu hatte einst die evangelische Gemeinde in Neuengeseke gegeben (1876). Bevor die Orgel vor 37 Jahren nach Ennigerloh kam, lagerte sie einige Jahre auf einem Bauernhof. Zur Orgelweihe am Samstag, 24. Mai, um 18 Uhr wird Ulrich Grimpe die 19 Register erklingen lassen.

Fotos:
Remmert
Als wäre die Ladegast-Orgel schon immer für die Jakobuskirche Ennigerloh gedacht gewesen: Nach der Restaurierung zeigt sei wieder ihren historischen Farbanstich, der harmonisch mit der ebenfalls renovierten Kirche zusammenspielt.
Absolute Ruhe braucht Jan Werner von der Orgelbaufirma Eule (Bautzen), wenn er die Pfeifen intoniert.

Blick hinter die Kulissen: Eine Hühnerleiter führt zum obersten Teil der fast 140 Jahre alten Orgel in der Jakobuskirche.
Mittendrin statt nur dabei: Jan Werner sitzt mit dem Stimmgerät zum Intonieren mitten in der Ladegast-Orgel
Christoph Herz schlägt unten am Spieltisch einen Ton an. Zusammen mit Jan Werner muss er 985 Pfeifen intonieren.


Artikel im Osterpfarrbrief 2014

Etwa zwei lange Jahre mussten die Ennigerloher auf „Ihre“ lieb gewonnene Ladegast-Orgel verzichten. Der ursprüngliche Termin, die Orgel direkt nach der Altarweihe im Sommer 2013 zu renovieren, konnte nach der kurzfristigen Zusage des Bistums Münster, die Wiederherstellung der ursprüngliche Farbgebung zu finanzieren, nicht mehr gehalten werden. Aber das Sprichwort „Was lange wärt, wird endlich gut“ bestätigt sich hier wieder.

Von der Restauratorin Marita Schlüter und ihren Mitarbeitern wurde im letzten Winter die historische Farbgebung bei der Einweihung im Jahre 1878 in Neuengeseke wiederhergestellt. Den grau-blauen Anstrich erhielt die Orgel erst beim Einbau in Ennigerloh. In ihrer neuen (alten) Farbgebung bildet die Orgel ein wunderbares optisches Schmuckstück in der renovierten St. Jakobus Kirche.

Damit die Orgel auch wieder akustisch ihr wahres Gesicht zeigen kann, wurde die Firma Eule aus Bautzen beauftragt, unsere Ladegast-Orgel zu restaurieren. Dazu gehört u. a. die Reinigung der 985 Pfeifen, das Reparieren von Defekten in der Mechanik zwischen den Tasten und Pfeifenventilen und nicht zuletzt das Intonieren aller Pfeifen. Das heißt, jede Pfeife wird so bearbeitet, dass sie sich optimal in den Gesamtklang der Orgel einfügt.

Auch wenn die Orgel spätestens zum Gloria in der Osternacht erklingen soll, wird es am Samstag, den 24. Mai dennoch eine besondere Orgelweihe geben. Dabei wird unser Orgelsachverständiger und Leiter des Referates für Kirchenmusik im Bistum Münster Ulrich Grimpe die Orgel mit ihren 19 Registern besonders erklingen lassen. Zu diesem Gottesdienst sind Sie alle recht herzlich eingeladen.


Zeitungsbericht („Die Glocke“ – Donnerstag, 13. März 2014 – Harald Hübl – hh)
Orgelbauer setzen 900 Pfeifen wie Puzzle zusammen

Wenn Orgelbau-Meister Friederich Ladegast heute in die Ennigerloher St.-Jakobus-Kirche käme, wäre er sicher stolz. Denn die 1876 von ihm gebaute Orgel ist nach einer umfangreichen Restaurierung nicht nur technisch wieder voll auf der Höhe, sondern auch optisch und klanglich. Stück für Stück setzt Jan Werner die Orgel in der St.-Jakobus-Kirche Ennigerloh zusammen. Der Zahn der Zeit hatte in den vergangenen 138 Jahren seine Spuren hinterlassen.

Vor zwei Jahren hatten Orgelbauer der Firma Hermann Eule Orgelbau aus Bautzen deshalb die Ladegast-Orgel auseinandergebaut und die mehr als 900 Pfeifen samt Klaviatur verpackt und in der heimischen Werkstatt aufgearbeitet. Das Gehäuse wurde so verkleidet, dass es bei den Umbauarbeiten in der Kirche keinen Schaden nehmen konnte. Nun ist das Riesenpuzzle wieder zurückgekehrt, und die Orgelbauer Jan Werner und Karl-Heinz Hermann haben damit begonnen, es Stück für Stück zusammenzusetzen. Zuvor hatte Diplom-Restauratorin Marita Schlüter in mühevoller Kleinarbeit den Rahmen aufgearbeitet. Dazu hatte sie verschiedene Farbschichten abgetragen, und nun sind wieder 70 Prozent des Originalzustands freigelegt.

Im nördlichen Querschiff sind die vielen Einzelteile zwischengelagert. In Schubladen warten die kleinen Pfeifen auf die Rückkehr an ihren angestammten Platz, auf dem Boden die großen Pfeifen aus Holz. „Die haben wir alle in der Werkstatt aufgearbeitet“, erklärt Werner, dessen Arbeitshandschuhe schwarz vor Staub sind. Während bei den Holzpfeifen mechanische Schäden und Holzwurmbefall behandelt wurden, haben die Orgelbauer die Metallpfeifen nur zweimal gründlich geputzt. „Einen alten Prospekt (sichtbare Pfeifen, Anmerkung der Redaktion) poliert man nicht. Die Patina und die Flecken gehören bei einer so alten Orgel einfach dazu. Das gibt ein geschlossenes Bild“, fügt Werner hinzu.

 Pfeife für Pfeife bauen die beiden ein. Zwischendurch kommen Staubsauger und verschiedene Pinsel zum Einsatz. Denn alles ist voller Staub, und jetzt kommen die Spezialisten auch an die Ecken, die sonst nicht zu erreichen sind. Und natürlich wird auch vor Ort noch das eine oder andere repariert oder ausgebessert. Während Jan Werner im Inneren des Gehäuses die letzten Vorbereitungen trifft, um die Pfeifen einzubauen, bessert Karl-Heinz Hermann sogenannte Keilbälge aus. Mit heißem Leim klebt er fein gegerbtes Schafleder auf die brüchig gewordenen Stellen.


Hintergrund

Vor 37 Jahren fand die Ladegast-Orgel ihren Platz im nördlichen Querschiff der St.-Jakobus-Kirche Ennigerloh. Die evangelische Kirchengemeinde in Neuengeseke hatte die Orgel 1876 bei Friedrich Ladegast, einem der bedeutendsten Orgelbaumeister seiner Zeit, in Auftrag gegeben. Einige Jahre lang war sie auf einem Bauernhof zwischengelagert, bevor sie nach Ennigerloh kam.

„Das Besondere an dieser Orgel ist die Geschlossenheit der erhaltenen Substanz“, betont Orgelbauer Jan Werner. „ Sie ist ein Zeitzeuge aus der Gründerzeit. Es gibt nur noch wenige Orgeln, bei denen alle Prospektpfeifen im Original erhalten sind. Das ist ein echter Schatz.“ Zinnpfeifen wurden häufig im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen oder im Lauf der Zeit überarbeitet.

Optisch und vor alem klanglich sei die Ladegast-Orgel etwas Besonderes. Deshalb wird das gesamte Pfeifenwerk registerweise – vom tiefsten zum höchsten Ton – intoniert und gestimmt. Schließlich soll keine einzelne Pfeife herauszuhören sein, die Klangfarbe muss zu den Nachbarpfeifen passen. „Die Register sollen sich gut untereinander mischen und ein in sich stimmiges Klangbild ergeben“, sagt Werner. Wenn alles fertig ist, wird die gute Akustik der Kirche der renovierten Orgel einen besonderen Rahmen geben.

 

Die Keilbälge bessert Orgelbauer Karl-Heinz Hermann aus.
Stück für Stück setzt Jan Werner die Orgel in der St.-Jakobus-Kirche Ennigerloh zusammen
Bilder: Hübl

Aktuelle Informationen von Pfarrer Andreas Dieckmann (Januar 2014):

Zügig schreiten momentan die Restaurierungsarbeiten an unserer Ladegastorgel voran.

Bereits das in der ursprünglichen Farbgebung gefasste Orgelprospekt lässt sichtbar werden, wie gut die Orgel sich optisch in die renovierte Jakobuskirche einfügt. Endlich wird wieder wahrnehmbar, welch ein Schmuckstück dieses Instrument darstellt. Nun beginnt bald auch die Phase der technischen Restaurierung und anschließend dann der langwierige Wiedereinbau der Pfeifen, also die klangliche Arbeit.

Die Firma Eule, spezialisiert auf die Restaurierung eben solcher Orgeln, wird ihre Arbeiten am 3. Februar beginnen. Während der Einbauphase der Pfeifen müssen diese in der Kirche gelagert werden. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Kirche bis auf die Gottesdienstzeiten voraussichtlich bis zum 14. März geschlossen. Näheres bitten wir, den jeweils aktuell gehaltenen Aushängen zu entnehmen. Ebenso wird das Seitenschiff an der Orgelseite nicht mehr betretbar sein. Auch die Kirchenbänke des Seitenschiffes an der Orgelseite bleiben voraussichtlich mindestens bis zum 14. März ausgeräumt. Eventuell werden noch weitere räumliche Einschränkungen auf uns zukommen. Dieses kann die Fa. Eule uns aber definitiv erst nach Entladung der Orgelpfeifen mitteilen. Wir bitten alle Gemeindeglieder und Kirchenbesucher deshalb inständig um ihr Verständnis.

Zugleich haben wir die dringende Bitte an alle, die unsere Gottesdienste mitfeiern, sich nach entsprechenden Sitzgelegenheiten umzuschauen (für Kinder gibt es die Möglichkeit der Sitzkissen vor den ersten Bänken) oder auch alternativ die Gottesdienste in den anderen Kirchen unserer Seelsorgeeinheit zu besuchen.

Die Firma Eule teilt mit, dass sie bemüht ist bis Mitte/Ende März schon die Arbeiten zum Abschluss zu bringen. Während dieser Zeit wird auch die Anpassung der Orgelbrüstung an den Prospekt erfolgen. Schon jetzt bedanken wir uns für Ihr und Euer Verständnis.