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Berichte 2018

Januar/Februar 2018
Pfarrer Shaji Sebastians Reise nach Indien

Für sieben Wochen zurück in die Heimat-Diese tolle Aussicht hatte Pfarrer Sebastian als er sich Anfang Januar in das Flug-zeug setzte. Eine anstrengende Reise stand ihm bevor, doch die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit seiner Familie war groß.

Von Düsseldorf ging der elfstündige Flug über Dubai nach Calicut, eine Stadt an der Malabarküste im Indischen Bundesstaat Kerala (430.000 Einwohnern). Dort erwartete ihn sein Vater, mit dem er die restlichen 120 Kilometer in die Gemeinde Manimooly mit dem Auto zurücklegte. Für diese Strecke benötigen sie vier Stunden, da die Straße von Lastwagen, Bussen, Autos, Fahrrädern, Fußgängern und Tieren Gleichermaßen genutzt wird.

Endlich angekommen, konnte er seine Familie in die Arme schließen. Pfarrer Sebastian ist der Älteste von fünf Geschwistern. Er hat einen Bruder drei Schwestern, von denen zwei als Nonnen tätig sind.


Familie von Pfarrer Shaji Sebastian

Leider erhielt er kurz nach seiner Ankunft die traurige Nachricht vom Tod Bischof Georges, der ihn jahrelang begleitet und nach Deutschland entsandt hatte.

Inder zweiten Woche besuchte er in seiner Bistumsgemeinde Kinder, die dort unter ärmlichen Verhältnissen aufwachsen. Für sie hatte er zehn Kilogramm Süßigkeiten von der Sternsinger Aktion in Ostenfelde und dringend benötigte Schulmaterialien mitgebracht. Eine kleine Süßigkeit bedeutet für diese Kinder eine Riesenfreude und lässt für einen kurzen Augenblick die Sorgen vergessen. Einen großen Dank spricht Pfarrer Sebastian an die Ostenfelder Gemeinde für die großzügige Unterstützung aus. Hilfestellung geben ist wichtig und sehr wertvoll. Deshalb unterstützt auch er mit einem Teil seines Gehalts monatlich 15 Kinder in ihrer Schulausbildung. Hierbei wird kein Unterschied gemacht, welcher Religion die Kinder angehören. Egal ob sie dem Hinduismus, dem Islam oder dem Christentum angehören. Die dortige Kirchengemeinde nimmt alle Kinder gleichermaßen auf. Insgesamt leben in der Gemeinde Manimooly 7000 Kinder, die Unterstützung der Kirche dringend benötigen.


Pfr. Shaji mit Kinder

Ein Großteil der indischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu einem Sozialsystem, wie wir es in Deutschland kennen. In Indien versucht die Katholische Kirche, soweit es ihr möglich ist, bedürftige Menschen zu unterstützen. Dabei ist die Ausbildung von Kindern ein wesentlicher Bestandteil der Hilfe. Der Unterschied zwischen arm und reich ist gerade in den ländlichen Gebieten sehr groß. Für die Ausbildung der Kinder fehlt es den Eltern an Geld. Wenn die Eltern dann noch auf die Hilfe der Kinder angewiesen sind, brechen sie oftmals die Schulausbildung ab. Gleichfalls haben viele Kinder Aufgrund fehlender Infrastruktur eine lange und beschwerliche Anreise zu den wenigen Schulen. Deshalb würde der Unterricht auch selten pünktlich beginnen, so Pfarrer Sebastian. Die Schulgebäudesind schlicht und oftmals klein. Der Unterricht muss dann auch einmal außerhalb des Gebäudes stattfinden. Weiter ging es für Pfarrer Sebastian auf seiner Reise zu einem Exerzitien Aufenthalt mit einer Gruppe von Priestern.


Bischof von Pfr. Shaji

In der Zeit darauf blieb endlich Zeit für die Familie. Gemeinsam unternahmen sie verschiedene Ausflüge und besuchen Verwandte und Freunde.

Eine weitere Woche verbrachte er mit seinem Neuen Bischof, um ein Priesterseminar vorzubereiten und es dann auch mit Bewerbern zu beginnen.

Die restlichen Tage seines Urlaubs verbrachte er mit seinen Eltern und seinem Bruder.

Bei 32 Grad in Indien gestartet, kam er bei eisigen Minusgraden wieder in Deutschland an.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus den spannenden Berichten von Pfarrer Shaji Sebastian. Gerne möchten wir im nächsten Gemeindebrief mehr über seine Heimat schreiben. Seien Sie gespannt.

Hille Reuter / Rene Büscher