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Sonntag, 12. Februar 2017
Verabschiedung von Pfarrer Sebastian

Die Glocke (Di. 14. Februar 2017 - Schomakers - dis)
Pfarrer Sebastian: "Ich habe Sie in meinem Herzen"

Es war ein bewegender Abschied von Pfarrer Sebastian. Viele Mitglieder der Pfarrei St. Jakobus Ennigerloh sowie der evangelischen Kirchengemeinde Ennigerloh waren am Sonntag in die St.-Jakobus-Kirche gekommen, um persönlich Abschied von dem beliebten katholischen Pfarrer zu nehmen.

Im November 2010 hatte der aus dem südindischen Bundesstaat Kerala kommende Pfarrer Soichen Mullamangalathu seinen Dienst in der katholischen Kichengemeinde Ennigerloh aufgenommen. Ende des Monats kehrt er zurück nach Indien.

Der Abschied von seiner Gemeinde fiel Pfarrer Sebastian am Sonntag sichtlich schwer. Im Rahmen seiner Abschiedsfeier dankte er Pfarrer Andreas Dieckmann für die gute Zusammenarbeit, die ihm immer in guter Erinnerung bleiben werde.

Sein damaliger Wunsch, viele Gläubige kennenzulernen, sei in Erfüllung gegangen, sagte er. Es sei sogar nicht nur ein Kennenlernen gewesen. Mit vielen Gemeindemitgliedern verbinde ihn mittlerweile eine tiefe Freundschaft. "Ich weiß, was ich an meiner Gemeinde habe. Ich habe ein Zuhause gefunden", sagte er während der Eucharistiefeier in der St.-Jakobus-Kirche.

Seine Freunde hätten ihm ein Stück Heimat in Ennigerloh gegeben, betonte Pfarrer Sebastian. "Ich habe Sie in meinen Herzen und sage Ihnen ein herzliches Lebewohl", versicherte er allen Anwesenden. Für diese Worte erhielt er viel Beifall.

Soichen Mullamangalathu, in Ennigerloh als Pfarrer Sebastian bekannt, ist am Sonntag im Rahmen einer Eucharistiefeier verabschiedet worden. Er war seit 2010 als Pfarrer in der Gemeinde St. Jakobus Ennigerloh aktiv. Ende des Monats kehrt er zurück nach Indien.
Bild: Schomakers

Beim anschließenden Empfang im Jakobushaus ergriff Ennigerlohs Bürgermeister Berthold Lülf das Wort: "Abschied hat etwas von einem Wahrheitsbarometer: Tränen lügen nicht." Dieses Wahrheitsbarometer zeige dabei nicht allein die Gemützlage von Pfarrer Sebastian, sagte er. "Ein Stück Herz des sympathischen Priesters wird in Ennigerloh bleiben. Pfarrer Sebastian bleibt immer ein gern gesehener Gast in Ennigeroh." Er habe tiefe Spuren in Ennigerloh hinterlassen, betonte Lülf abschließend.

Dass die Gemeinde ihn ebenfalls nicht vergessen wird, machte Franz Josef Fredeick deutlich: "Die Gemeinde lebt mit den Christen in Indien." Im Namen aller Pfarrgremien sprach Stefan Rupieper Dank aus. Mit Pfarrer Sebastian bekomme die Weltkirche ein Gesicht in der Gemeinde, betonte er. Er habe einen neuen anderen Blick mitgebracht und damit die Gemeinde bereichert. "Ohne sein Wirken wäre die Gemeinde ärmer. Wir werden das vertraute Gesicht von Pfarrer Sebastian vermissen", sagte Rupieper.

Ein Leben ohne Herd, Kühlschrank und Waschmaschine

Elfriede Petruk, die eine tiefe Freundschaft zu Pfarrer Sebastian pflegte, gab den Anwesenden im Jakobushaus einen Einblick in die Lebensmustände, die den Pfarrer in Indien erwarten werden.

Obwohl er bereits jetzt schon sehr sparsam und anspruchslos lebe, erwarteten den Pfarrer in seinem Heimatland Indien ganz andere und noch deutlich bescheidenere Lebensverhältnisse. Ein Leben ohne Herd, Kühlschrank, Waschmaschine und anderen Luxus könne man sich in Deutschland nur schwer vorstellen, sagte sie. "Für uns sind das Alltagsgegenstände. In Indien bleibt das ein Traum", betonte Elfriede Petruk. Die Mitnahme persönlicher Dinge sei zu kostspielig. Daher werde Pfarrer Sebastian in seiner neuen Heimat mit dem Nötigsten leben.

Einen Internetanschluss, der den Kontakt nach Ennigerloh aufrechterhalten könnte, könne er sich künftig nicht mehr leisten. Pfarrer Sebastian werde mit monatlich 200 Euro seinen Lebensunterhalt bestreiten müssen. Elfriede Petruk warb abschließend dafür, Pfarrer Sebastian Spenden zukommen zu lassen.

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